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Schweriner Schlossbrauerei kann Jahresausstoß halten /
Vom Dosenpfand sogar profitiert
Wüstmark · Schwerins Schloss-Bierbrauer trotzen dem
Negativtrend: Den verregneten Sommer, geänderte
Trinkgewohnheiten und Umsatzeinbrüche durch das
Dosenpfand kompensierte die zur Oettinger-Gruppe
gehörende Braustätte mit unternehmerischem Geschick –
und ganz ohne Werbung.
"Gute
Qualität zum günstigen Preis. Dies spricht sich herum.
Die Menschen nehmen uns wahr, ohne dass wir sie durch
Werbeunterbrechungen beim Fernsehen stören." Diese Sätze
umschreiben für Geschäftsführer Michael Mayer am besten
die Firmenphilosophie der Oettinger Bier Brauhaus GmbH.
Das bayerische Familienunternehmen übernahm 1997 die
"Schweriner Schlossbrauerei". Seither schreibt die
Braustätte eine Erfolgsgeschichte.
"Beim
jährlichen Ausstoß haben wir uns von einst 70000 auf
etwa 400000 Hektoliter eingepegelt", rechnet
Geschäftsführer Mayer vor. Derzeit würden stündlich
15000 Bierflaschen abgefüllt, über den Tag kämen so
18000 der bekannten blauen Kästen zusammen. Neben der
Leitmarke "Oettinger" wird hier "als Reminiszenz noch
Schweriner Pils, Export und Petermännchen nach
Original-Rezepturen abgefüllt". Allerdings machen diese
Regional-Sorten nur noch 12,5 Prozent des Absatzes aus.
Bundesweit ist der Bierkonsum rückläufig, das Dosenpfand
bescherte der Branche im Vorjahr sogar regelrechte
Einbrüche. "Die Trinkgewohnheiten der Deutschen haben
sich geändert. Wein und Wellness-Getränke sind mehr in",
sagt Michael Mayer. Dennoch behauptet sich die
Schlossbrauerei am Markt, kompensierte Einbußen und
erzielt weiter jährliche Zuwächse oberhalb der
Fünf-Prozent-Marke. Damit mauserten sich die Schweriner
zur drittgrößten Brauerei in MV.
"Der
Vorteil der Oettinger-Gruppe ist, dass wir vor allem
Supermarkt-Ketten beliefern. Nach dem Wegfall der
Bierdose war ein ähnlich preiswerter Ersatz gefragt. Und
da war unser Mehrweg-Angebot, das von Pils und Alt über
Weißbier bis hin zu Bier-Mixed reicht, genau richtig",
so der Geschäftsführer.
Doch
2005 droht neues Ungemach, die Lkw-Maut. Mayer: "Unsere
90 Mitarbeiter in Wüstmark produzieren mehr Bier als wir
hier abfüllen können. So müssen wir den Gerstensaft per
Tankwagen in unsere märkische Brauerei nach Dessow
transportieren und die Flaschen wieder zurück nach
Mecklenburg. Dieser Aufwand ist zu teuer."
Deshalb
trägt sich die Oettinger Gruppe mit dem Gedanken, erneut
in den Standort Schwerin zu investieren – auch um sich
als großer deutscher Getränkehersteller gegen mögliche
Übernahme-Gelüste von ausländischen Brauerei-Giganten zu
wappnen. Schließlich haben die Bayern ein Ziel:
Selbst ihre Marktposition ausbauen.
Christian Meyer
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Landesweit gibt es noch Brauereien in Lübz,
Schwerin, Rostock, Demmin und Stralsund. Die größte
ist die Mecklenburgische Brauerei Lübz, die jährlich
mehr als eine Million Hektoliter produziert. Ihr
Gerstensaft ist zugleich bei den Kunden in MV am
beliebtesten. Auf dem dritten Rang nach Hasseröder
folgen bereits die Biersorten aus der Schweriner
Schlossbrauerei, die zur Oettinger- |
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Gruppe gehört. Der Verbund von fünf Braustätten, u.a.
Oettingen, Gotha und Mönchengladbach steht
deutschlandweit auf Rang 14 der Getränkehersteller und
produziert jährlich 5,2 Millionen Hektoliter Bier. Quelle:
SVZ
(20.10.2004) |