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Aktuelles - Archiv - 1. Quartal 2006

Meldungen des 1. Quartals 2006

Produktion bei Flamm kommt in Fahrt

Bereits 163 Arbeitsplätze in Göhrener Tannen

Göhrener Tannen (bsch) · Die Produktion von Zulieferteilen für den Airbus A 380 in Schwerin kommt immer mehr in Fahrt. Davon überzeugte sich gestern Wirtschaftsminister Otto Ebnet bei einem Besuch in dem Werk der Flamm Aerotec GmbH im Industriegebiet Göhrener Tannen. Beim Rundgang durch die Produktionshallen erläuterten Unternehmer Frieder Flamm und Betriebsleiter Albrecht Votteler den aktuellen Stand.

"Wir haben unsere Investitionszusage mit mehr als 16 Millionen Euro übererfüllt", stellte Flamm fest. In weniger als einem Jahr sei ein hochmodernes Werk auf grüner Wiese entstanden. "Da hätte man andernorts gerade mal die Baugenehmigung", ulkte Flamm und fügte lobend hinzu: "In Schwerin ist die Zusammenarbeit mit allen Behörden beispielgebend gelaufen." So sei es auch möglich gewesen, dass jetzt bereits 163 Mitarbeiter beschäftigt werden – geplant waren derzeit erst 125. Im Frühsommer soll Flamm Aerotec Schwerin dann die volle Produktionskapazität erreicht – und 172 Arbeitsplätze haben, sagte der Chef der Unternehmensgruppe.

Derzeit werden Teile der Airbus-Produktion aus Nordenham komplett nach Schwerin verlagert – samt der Maschinen und Anlagen. Die Schweriner, die bisher in dem Werk an der Wesermündung qualifiziert wurden, werden von nächster Woche an dann in den Göhrener Tannen eigenständig im Umformbereich Airbusteile produzieren. Aus Schwerin kommen beispielsweise die Ruderlagergabeln für das Leitwerk des A 380 oder die Trennwände für den Frachtraum.

 

Quelle: SVZ (15.03.2006)

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Schüler des BSFZ stellten Besuchern ihre Arbeiten vor

Wüstmark (spa) · Ein in seine Einzelteile zerlegtes Auto, eine gemauerte Wand, Metallfiguren, die Kerzen einen sicheren Stand geben, selbst gebackene Torten und ein wuscheliger Lockenkopf – das sind nur einige Beispiele, mit denen die Jugendlichen vom Berufsschulförderzentrum Schwerin-Westmecklenburg (BSFZ) am Sonnabend auf der "Frühjahrsleistungsschau" ihre Fertigkeiten unter Beweis stellten.

Konzentriert führt Mirko, der ebenso wie die anderen Schüler zwei Berufsvorbereitungsjahre im BSFZ absolviert, den Brenner an das Blech, das vor ihm auf der Arbeitsbank liegt. Sobald sich das Schmelzbad gebildet hat, lässt er langsam den Schweißdraht abschmelzen. Von den neugierigen Blicken der zahlreichen Besucher lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Er weiß: Je ruhiger seine Hand, desto feiner die Naht. Wenige Räume weiter fliegen an der Drechselbank die Sägespäne. Mit einem Rundmeißel verwandelt er den rotierenden Baumstumpf in einen Pilz. An anderer Stelle wickeln Viktoria und Nicole die Haare einer Frisierpuppe zu Locken, Philipp und Thomas zerlegen ein altes Auto in seine Bestandteile. Dabei lernen sie, die Teile fachgerecht zu entsorgen oder wiederzuverwenden.

In den beiden berufsvorbereitenden Jahren erhalten die Jugendlichen,

die entweder Abgänger von Förderschulen sind oder an der Regionalen Schule keinen Abschluss erworben haben, die Möglichkeit, zum Hauptschulabschluss und sich in den schuleigenen Werkstätten sowie bei Betriebspraktika berufliche Grundfertigkeiten anzueignen. Das BSFZ trägt seinen Namen seit fünf Jahren, das soll vom 29. Mai an in einer Festwoche gefeiert werden.

 

Quelle: SVZ (7.03.2006)

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Präzision bis aufs Tausendstel genau

Maschinenbau in Schwerin erfolgreich: Maplan GmbH stockt Mitarbeiterzahl auf 220 auf

Wüstmark Die Maplan Maschinenfabrik und Anlagen für Kunststofftechnik Schwerin GmbH gehört zu den erfolgreichsten und mit 220 Mitarbeitern auch größten Unternehmen in der Landeshauptstadt. Die Firma hat volle Auftragsbücher und will in den kommenden drei Jahren weitere elf Millionen Euro am Standort investieren.

15 Millionen Euro hat Maplan allein in den vergangenen drei Jahren am Standort Schwerin investiert, weitere elf Millionen Euro sollen in den nächsten drei Jahren folgen, sagt Geschäftsführer Gerd Warchol. Sein Kollege Christian Graf ergänzt: "Wir verfügen über Produktionsanlagen von Weltniveau und hochqualifizierte Mitarbeiter. Damit können wir schnell, flexibel und effizient produzieren."

Die Erzeugnisse – von der bis auf den Tausendstel Millimeter genau gefrästen Extruderschnecke bis zum tonnenschweren Dampfturbinengehäuse – sind bei Maschinenbauern in ganz Europa gefragt. Und als Maschinenteile sind diese Produkte "made in Schwerin" sogar in aller Welt zu finden. Maplan liefert vor allem Teile für Kunststoffbearbeitungsmaschinen, Windkraftturbinen, für den Schiffbau, die Elektro- und Lebensmittelindustrie.

Maplan ist ein Erfolgsmodell. Aus dem ehemaligen VEB Plastmaschinenwerk Schwerin (PMS) wurde ein hochmoderner, wettbewerbsfähiger Betrieb. 1992 übernahm die Starlinger Gruppe von der Treuhand das frühere PMS. Die Modernisierung begann.

Produktionsstand hat Weltniveau erreicht

Zu Beginn dieses Jahrtausends investierte der Mutterkonzern nochmals intensiv, um die Produktion auf Weltniveau zu bringen. "Wir haben uns auf unser Kerngeschäft konzentriert, die Zerspanung", erläutert Warchol. Dafür seien die Fertigungsmöglichkeiten in den 20 000 Quadratmeter großen Hallen ständig erweitert worden. In der prismatischen Fertigung können jetzt bis zu 50 Tonnen schwere Bauteile in einer Größe von zehn mal drei mal 2,5 Meter hergestellt werden. Die rotationssymmetrische Fertigung erlaubt horizontal die Produktion von zehn Meter langen Teilen mit einem Durchmesser von einem Meter. Dabei kann eine Genauigkeit von bis zu einem Viertausendstel Millimeter erreicht werden. "Wir haben eine der größten Präzisionsmessmaschinen in Deutschland", so Geschäftsführer Graf. Die Rücklaufquote von unter 0,5 Prozent spreche für die hohe Qualität der Fertigung.

Um die hochwertigen Maschinen bedienen zu können, ist gut ausgebildetes und motiviertes Personal Grundvoraussetzung. "Das haben wir hier in Schwerin", bestätigt Warchol. Die Ausbildung zu DDR-Zeiten sei sehr gut gewesen, nun bilde man selbst die Facharbeiter aus. Derzeit lernen 15 Azubis bei Maplan, die alle gute Chancen haben, übernommen zu werden. Zudem, so Graf, werde im Unternehmen dem persönlichem Kontakt zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern ein hoher Stellenwert eingeräumt. Das schaffe Motivation und Vertrauen, was sich in guter Arbeit niederschlage. Und nicht zuletzt konnte nur so das Vier-Schicht-System eingeführt werden, das dem Schweriner Betrieb internationale Konkurrenzfähigkeit sichere, so der Geschäftsführer.

Bert Schüttpelz

Quelle: SVZ (17.02.2006)

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Schweriner Schiffstechnik auf Weltmeeren unterwegs

Einheimische Firma hat sich mit Kraftstoffsystemen einen Namen gemacht

Wüstmark · Auf Messen in China werden die Schweriner wie alte Bekannte begrüßt – hierzulande kennt sie indes kaum jemand: Seit fast zwei Jahren fertigen die Mitarbeiter der "Kupke+Wolf GmbH" in Süd Schiffstechnik für zumeist asiatische Auftraggeber. Auch das Kreuzfahrtschiff "Aida Aura" schippert mit Technik aus der Landeshauptstadt über die Weltmeere.

Laut klopfend arbeitet sich Nico Tatzki an dem rot-braunen Stahlgestell vor ihm entlang. Immer wieder schlägt er den Hammer gegen einen Spachtel. "Das ist das Grundgerüst für das Kraftstoffmodul", erklärt er und spachtelt weiter die Schweiß-Spritzer weg. Dass dieses Bauteil später einmal den Schiffsmotor mit Öl versorgt, davon ist hier noch nicht viel zu erkennen. Dazu bedarf es Rohrschlosser und Schweißer wie Edgar Boeck und Matthias Loba, die Pumpen, Filter, Erhitzer, Tanks, Druckbehälter und Ventile miteinander verschrauben und verschweißen. In der hauseigenen Lackiererei erhält das Modul sein firmentypisches hellgrünes Aussehen.

Bevor das tonnenschwere Kraftstoffsystem mit der Spedition nach Hamburg gebracht wird und von dort auf vierwöchige Schiffsreise nach China geht, muss es noch isoliert werden. Bis zu 115 Grad werden die Rohre heiß. Damit sich niemand verbrennt, sorgen Carsten Kranz und Lothar Westphal für den nötigen "Berührungsschutz". Eine spezielle Lasur schützt das Metall zudem vor Spritzern.

Landesförderung betrug weniger als 100000 Euro

Die Auftragsbücher für dieses Jahr sind voll. 140 modulare Kraftstoffanlagen sollen 2006 die Schweriner Produktionshalle verlassen, sagt Business Manager Claus Newjoto. Vor zwei Jahren seien es 80 gewesen. "Uns liegen bereits Aufträge für 2008 und 2009 vor." Produziert werde zum Großteil "just in time", was so viel heißt, wie: so gut wie nichts wird eingelagert, sondern gleich nach der Fertigung auf große Reise geschickt. "Das erspart uns Lagerkosten."

Im Jahre 1981 im holsteinischen Wedel als Handels- und Ingenieurbüro gegründet, zog die Firma 1996 nach Wismar. "Der Preisdruck zwang uns zu diesem Schritt", begründet Newjoto den Rückzug aus den alten Bundesländern. In der Hansestadt habe sich die Firma, die die Zeichnungen, Entwicklung und Hauptkomponenten stellte, mit einem Fertigungsunternehmen zusammengetan. 2002 sei es zum Bruch mit dem Geschäftspartner und daraus resultierend zum Weggang aus Wismar gekommen.

Für den Standort Schwerin hätten nicht nur die Nähe zur Autobahn und zu Hamburg – die meiste Schiffstechnik geht von Hamburg aus auf große Reise – gesprochen. "Uns haben vor allem die Räumlichkeiten überzeugt." Die Geschäftsführung mietete den vorderen Teil des ehemaligen Plastmaschinenwerkes an. "Innerhalb von drei Monaten wurde die Fertigung aus dem Boden gestampft", sagt Newjoto nicht ohne Stolz. Ein Unterfangen, das das Wirtschaftsministerium mit einem Zuschuss von "weniger als 100000 Euro" gefördert habe.

Blick gen Vietnam und Mittleren Osten richten

Mehr als die Hälfte der Firmenkunden sind im Ausland, etwa in China, Taiwan und Russland, zu finden.

Nun orientiere man sich Richtung Vietnam. "Die dortige Regierung hat angekündigt, in die Werftindustrie zu investieren." Bereits in wenigen Tagen machen sich Unternehmensvertreter zusammen mit Wirtschaftsminister Otto Ebnet auf den Weg dahin. Auch den Mittleren Osten habe man aufgrund seines hohen Ölvorkommens fest im Blick, sagt Newjoto im Hinblick darauf, dass die Module auch in Landkraftanlagen einsetzbar seien.

Lasse die Auftragslage es zu, sei nicht ausgeschlossen, die Anzahl der Mitarbeiter von derzeit 55 – allein 50 Frauen und Männer kommen aus MV – zu erhöhen.

Noch ist das Unternehmen international bekannter als in Schwerin. Das könnte sich demnächst jedoch ändern: Mit einem Tag der offenen Tür feiert es am 1. April sein 25-jähriges Bestehen.

Sylvia Parton

Quelle: SVZ (28.01.2006)

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Sicherheitsrisiko Rechtskurve

Gestrüpp in Neu Pampow versperrt Sicht / Fußweg gefordert

Wüstmark (spa) · Ein Autofahrer aus Richtung Automeile kommend nähert sich Neu Pampow. Bevor er die ersten Häuser erreicht, muss er eine scharfe Rechtskurve passieren. Bäume und Gestrüpp versperren dort die Sicht auf die Straße. In der Kurve kommt dem Auto ein Kleintransporter entgegen. Es wird eng. Der Autofahrer bremst, weicht auf den unbefestigten Seitenstreifen aus.

Szenen wie diese spielen sich hier täglich ab, berichtet Anwohner Wilfried Deutschmann aufgebracht: "Nicht auszudenken, wenn jetzt noch ein Fußgänger am Straßenrand gelaufen wäre." Die Forderung der Anwohner an die Stadt ist daher eindeutig: Der fast bis zur Kurve reichende Fußweg soll bis darüber hinaus verlängert werden. "Das sind vielleicht dreißig, vierzig Meter. Ein festgewalzter Schotterweg quer durch den Bereich, in dem das Gestrüpp wächst, wäre schon ausreichend", sagt Deutschmann.

Die Verwaltung handelte, versetzte das Schild "Achtung Kinder" vor die Kurve und befestigte den aus Richtung Gewerbegebiet kommend linken Seitenstreifen, so Deutschmann. Das Problem: Der "Weg" sei so schmal, dass eine Mutter mit ihrem Kind nicht nebeneinander gehen könne. Eng werde es auch für Kinderwagen.

Die von den Anwohnern geforderte Lösung lehnt die Stadt ab. "Die Herstellung eines provisorischen Gehweges ist ... derzeit nicht finanzierbar", heißt es in einem Schreiben. Um die Situation objektiv beurteilen zu können, sei eine Verkehrszählung durchgeführt worden.

Ergebnis: Bei zwei 24-Stunden-Messungen passierten 323 bzw. 344 – und damit aus Sicht der Verwaltung zu wenig – Fahrzeuge den Bereich. "Im Winter macht eine Zählung auch keinen Sinn", hält Deutschmann im Hinblick auf die umliegenden, zu dieser Jahreszeit verwaisten Kleingärten entgegen. Im Sommer ergäbe sich ein völlig anderes Bild. Die Stadtverwaltung wollte trotz mehrfacher Anfrage bis Redaktionsschluss keine Stellung dazu nehmen.

 

Quelle: SVZ (18.01.2006)

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