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Aktuelles - Archiv - 1. Quartal 2005

Meldungen des 1. Quartals 2005

Land fördert Industriepark Göhrener Tannen
Zuwendung verringert Eigenanteil der Stadt

Schwerin (ps) · Lob für Oberbürgermeister Norbert Claussen von Innenminister Gottfried Timm: "Ich freue mich, dass sich bei Industrieansiedlungen in Schwerin etwas tut". Timm übergab gestern einen Förderbescheid in Höhe von 560500 Euro – für die Erschließung des Industrieparkes Göhrener Tannen. Das Geld ist für den Ausbau des Fährwegs zwischen B321 / B106 sowie die Erschließung des ersten Bauabschnittes gedacht.

Hintergrund: Vor kurzem war es der Stadt gelungen, den ersten hochkarätigen Investor für das ehemalige Militärgelände an Land zu ziehen. Die Flamm-Aerotec AG wird von 2006 an Teile für Airbus produzieren und 15 Millionen Euro in den Standort Schwerin investieren.

Diese Ansiedelung sei Voraussetzung für die Förderung gewesen, betonte Norbert Claussen. Seit drei Jahren habe die Fördermaßnahme Gewehr bei Fuß gestanden, so der OB, "jetzt können wir handeln." Innenminister Timm betonte: "Das Geld wird knapper, wir müssen Punktlandungen hinlegen, wenn ein Investor da ist." Die Förderung senke den Eigenanteil der Stadt auf 284000 Euro.

Platz für "Punktlandungen" ist in den Göhrener Tannen – dem größten zusammenhängenden Industriegebiet im Land – noch genug. Zu weiteren Ansiedlungsprojekten hielt sich OB Claussen bedeckt: "Wir reden noch über konkrete Grundstücksverkäufe". Die Stadt habe aber genug finanziellen Spielraum eingeplant, um bei Bedarf schnell handeln zu können.

 
OB Claussen (l.) nahm von Innenminister Timm den Fördergeld-Bescheid für die Göhrener Tannen entgegen.

Quelle: SVZ (4.02.2005)

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Gnadenfrist für Bahnübergang Süd

Ausfallstraße Richtung A 24: Nadelöhr bleibt nach Weiterbau der Umgehung vorerst offen

Wüstmark · Noch ist die Schweriner Straße mit dem Bahnübergang am Haltepunkt Süd die größte Ausfallstrecke nach Süden. Die neue Umgehungsstraße ersetzt das Nadelöhr Ende 2005. Nach einer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht ist aber klar: Der Bahnübergang wird vorerst zusätzlich bestehen bleiben, die Verkehrsdichte neu geprüft.

Tausende Autofahrer, die täglich die Schweriner Straße Richtung A 24 benutzen, warten ungeduldig auf den neuen Teilabschnitt der Umgehungsstraße. Im November soll der Verkehr zwischen Wüstmark und der B 321 hinter Pampow vierspurig rollen, die 90-Grad-Kurve von der Werkstraße in die Schweriner Straße und der Bahnübergang kurz hinter der Schlossbrauerei nicht länger Haupt-Ausfallstraße sein. Doch nach einer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht ist nun klar: Der Bahnübergang wird auch nach Eröffnung der zwölf Millionen Euro teuren Umgehung bestehen bleiben – für eine zweijährige Probephase, in der das Wirtschaftsministerium das Verkehrsaufkommen prüft. Hintergrund: Die in Pampow ansässigen Unternehmen fürchten, dass andernfalls Kundenströme versiegen könnten. Die Probephase ist ein Kompromiss zwischen dem Wirtschaftsministerium und vier Klägern aus Pampow, die gegen die Schließung der Schranken vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gezogen waren. Die Richter regten die Probezeit im Anhörungsverfahren an, das Ministerium stimmte zu.

"Mit einer Überprüfung des Verkehrsaufkommens am Bahnübergang können wir sechs Monate nach Eröffnung der Umgehungsstraße beginnen. Erst dann haben sich die Autofahrer an die neue Situation gewöhnt", sagt Berthold Witting, Verkehrsexperte aus dem Wirtschaftsministerium.

Witting rechnet mit bis zu 1400 Fahrzeugen am Tag. "Es besteht die Gefahr, dass Werkstraße und Schweriner Straße ein Schleichweg für Laster bleiben, die dort gar nicht fahren müssten", sagt Witting. Seine Leute werden zählen, wieviele Fahrzeuge die Strecke in Zukunft noch benutzen und ermitteln, wohin sie fahren und ob sie auch über die Umgehungsstraße ans Ziel gekommen wären. Bleibe es bei den geschätzten 1400 Fahrzeugen, könne die Schließung des Bahnübergangs doch noch angeordnet werden, sagt Witting. Sein Ziel: Durchgangsverkehr aus Schwerin Süd und Pampow heraushalten.

Mit einer Entlastung der Anlieger rechnen die Gegner der Schließung jedoch auch, wenn der Bahnübergang bestehen bleibt. "Die Belastung wird mit Eröffnung der Umgehungsstraße automatisch sinken", sagt Anwalt Klaus-Rainer Tiedmann, der drei der Kläger vertreten hatte. Sein Argument für den Bahnübergang: Die Schweriner Straße sorge besser für die Anbindung von Pampow an Schwerin als die neue Umgehungsstraße.

Stefan Homann

Autos und Lkw drängeln sich täglich am Bahnübergang kurz hinter der Schlossbrauerei. Die Ersatzstrecke wird bis Ende 2005 gebaut, der Bahnübergang bleibt dennoch offen.

 

Quelle: SVZ (19.01.2005)

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